Trends in den Globalen Herausforderungen im 21. Jahrhundert

Kurze Einführung in die 15. Problemfelder

Eine nachhaltige Entwicklung strebt nach angemessenen ökologischen, ökonomischen und sozial kulturellen Standards für alle heute lebenden Menschen und künftigen Generationen. Alle Instrumente, Maßnahmen müssen nach ihrem Beitrag zu den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung und damit zur Lösung der globalen Probleme beurteilt werden (Rogall und Gapp-Schmeling 2021: Kap. 1 & 8).

Auf der Grundlage der Arbeiten zu mehreren Monographien (Rogall 2008; 2004; 2003; 2002; 2000) wurde 2009 die erste Auflage des Fachbuchs Nachhaltige Ökonomie veröffentlicht (Rogall 2009). Es diente als Grundlage für die 10 Kernaussagen des Netzwerks Nachhaltige Ökonomie, das 2009 gegründet wurde (heute über 300 Mitglieder*innen, davon 200 Dozent*innen und Wissenschaftler*innen). Die Nachhaltige Ökonomie, mittlerweile in der 3. Auflage erschienen (Rogall und Gapp-Schmeling 2021), fasst die globalen Probleme und Megatrends im 21. Jahrhundert modellartig in den drei Nachhaltigkeitsdimensionen (ökologische, ökonomische und sozial-kulturelle Dimension) mit jeweils fünf Problemfeldern zusammen. Diese sind in nachfolgender Übersicht dargestellt.

Die Ziele können dabei zu einem großen Anteil einem oder mehreren UN-Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals) zugeordnet werden. Dies ist von Vorteil, da alle Staaten, aber auch Bundesländer, Kommunen und Unternehmen angehalten sind regelmäßig ihren Beitrag zu den SDG darzustellen und somit als Grundlage für diese Bewertung dienen können.

Ökologische DimensionÖkonomische DimensionSozial-kulturelle Dimension
(1) Klimaerwärmung(6) Negative Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt(11) Fehlentwicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
(2) Naturbelastung(7) Mangelnde Befriedigung der Grundbedürfnisse(12) Soziale Unsicherheit, Armut, demographische Fehlentwicklungen
(3) Verbrauch nicht-erneuerbarer Ressourcen(8) Instabilitäten, externe Kosten und Konzentration(13) Chancenungleichheit, ungleiche EInkommens- und Vermögensverteilung
(4) Übernutzung erneuerbarer Ressourcen(9) Außenwirtschaftliche Ungleichgewichte und Abhängigkeiten(14) Innere und äußere Unsicherheit, gewaltsame Konflikte
(5) Gefährdung der Gesundheit durch Schadstoffe(10) Staatsverschuldung, mangelnde Ausstattung mit meritorischen Gütern(15) Technische Risiken
Übersicht über die 15 Problemfelder
Literatur

Rogall, Holger (2000): Bausteine einer zukunftsfähigen Umwelt- und Wirtschaftspolitik. Eine praxisorientierte Einführung in die Neue Umweltökonomie und Ökologische Ökonomie. Berlin: Duncker & Humblot (Studien zu Umweltökonomie und Umweltpolitik, 5).

Rogall, Holger (2002): Neue Umweltökonomie – ökologische Ökonomie. Ökonomische und ethische Grundlagen der Nachhaltigkeit, Instrumente zu ihrer Durchsetzung. Opladen: Leske und Budrich (Lehrtexte : Umweltökonomie).

Rogall, Holger (2003): Akteure der nachhaltigen Entwicklung. Der ökologische Reformstau und seine Gründe. Unter Mitarbeit von Georg Dybe, Karin Jordan, Stefan Klinski, Gudrun Pinn, Sven Rudolph, Hagen Schneider, Heike Wehrmann-Ernst. 2. Aufl. München: ökom-Verl.

Rogall, Holger (2004): Ökonomie der Nachhaltigkeit. Handlungsfelder für Politik und Wirtschaft. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Rogall, Holger (2008): Ökologische Ökonomie. Eine Einführung. 2., überarb. und erw. Aufl. Wiesbaden: VS, Verl. für Sozialwiss.

Rogall, Holger (2009): Nachhaltige Ökonomie. Ökonomische Theorie und Praxis einer nachhaltigen Entwicklung. 1. Aufl. Marburg: Metropolis (Grundlagen der Wirtschaftswissenschaft, 15). Online verfügbar unter http://www.gbv.de/dms/zbw/607369140.pdf

Rogall, Holger; Gapp-Schmeling, Katharina (2021): Nachhaltige Ökonomie. Band 1: Grundlagen des nachhaltigen Wirtschaftens. Unter Mitarbeit von Anna Masako Welz, Ernst Ulrich von Weizsäcker, Stefan Klinski und Nina Veronique Michaelis. 3., überarbeitete und stark erweiterte Auflage. Marburg: Metropolis-Verlag (Grundlagen der Wirtschaftswissenschaft, Band 27).